|
Siemens AG
|
Schwerpunkt: Benutzerstudie, intelligente
Dienste und kollaboratives Ressourcenmanagement
Aus Sicht der Siemens AG
ist das relevante Teilziel, Dienste für nutzerfreundliche, sichere und verteilte
Multimedia-Anwendungen im intelligenten, vernetzten Heim zu spezifizieren und
zu implementieren. Die Siemens AG führt aufgrund von qualitativen
Benutzerbefragungen eine Benutzerstudie durch, welche die Basis für die
Definition der Szenarien und technischen Anforderungen an die Heim
Multi-Media Plattform bildet. Weitere Schwerpunkte sind Konzepte zur
kontextsensitiven Dienst-Erkennung sowie intelligentes Ressourcen Management.
Innovationen im Bereich Heim Multi-Media Plattform werden durch die Untersuchung
von kollaborativen Konzepten zur wohnungsübergreifenden Koordinierung und
Kommunikation verfolgt. Die Ergebnisse fließen in die Entwicklung des
HOMEPLANE Demonstrator mit ein.
Benutzerstudie und Benutzerschnittstellenkonzept
Ausgangspunkt für die
Definition der technischen Details ist die Beschreibung wichtiger
Nutzungsszenarien als Best-Practice Beispiele, aus
denen die technischen Anforderungen an das Gesamtsystem abgeleitet werden.
Ergebnisse der von den Projektpartnern durchgeführten Voruntersuchungen
bilden hierfür eine wesentliche Grundlage. Es werden die wichtigsten
Nutzungsszenarien für die Home Media Plattform ausgewählt und beschrieben.
Darauf aufbauend werden die technischen Anforderungen an das zu entwickelnde
System spezifiziert. Ziel ist, dass die weitere Entwicklung des Systems und
eines Demonstrator durch möglichst konkrete Szenarien geleitet wird.
Ergänzend wird eine Benutzerstudie durchgeführt, aus der
aufgrund einer qualitativen Benutzerbefragung Anforderungen an eine intuitiv
zu bedienende Benutzeroberfläche abgeleitet wird. Die Resultate der
Benutzerstudie werden verwendet, um die von HOMEPLANE zu unterstützenden
Szenarien zu verfeinern.
Adaptivität der Benutzerschnittstelle
Ein intuitives und benutzerfreundliches
User Interface setzt voraus, dass der Benutzer nicht mit allzu technischen
Einstellungsmöglichkeiten überflutet wird, sondern mit wenigen leicht
verständlichen Konzepten arbeitet. Diese Konzepte müssen auch für
Nicht-Techniker leicht verständlich sein und erlauben deswegen meistens kein
direktes Übernehmen technischer Parameter und Begriffe. Es muss eine
„Übersetzung“ stattfinden. In der Regel sind solche
Konvertierungen sehr unflexibel und nicht intuitiv.
Es wird untersucht, wie intelligente
Methoden die Lücke zwischen technischen Einstellmöglichkeiten und einer
leichtverständlichen Präsentation schließen können ohne dass Flexibilität und
Intuitivität verloren geht.
Intelligentes Ressourcenmanagement
Zur intelligenten Verteilung der Inhalte unter Berücksichtigung von
Quality-Of-Service (QoS), Robustheit und Verlässlichkeit vor dem Hintergrund
einer optimalen, adaptiven Auslastung der Ressourcen ist es notwendig Daten
zu erfassen, die Kontextinformationen liefern und diese zur
Weiterverarbeitung in geeignete Formate zu transferieren. Zusammen mit den
semantischen Dienstbeschreibungen und der Auswertung historischer und
aktueller Umgebungsinformationen können somit Vorhersagen über das
Systemverhalten gemacht und unter zu Hilfenahme entsprechender Algorithmen
adäquate Maßnahmen zur Adaption eingeleitet werden. Dazu wird ein generischer
Dienst entwickelt, der die Ressourcen, z.B. QoS, unter Berücksichtigung des
aktuellen Kontextes (u.a. applikationsspezifisches
Wissens) dynamisch aushandelt. Hierbei liegt der Schwerpunkt in der Auflösung
von Konfliktsituationen. Durch den Dienst können weitere Funktionen zur
Verfügung gestellt werden, z. B. die Optimierung der Netzwerkauslastung. Der
Dienst liefert eine intelligente Entscheidungshilfe für die Applikation, keine
netzwerkspezifische Funktionalität.
Kontextsensitives Fehlermanagement
Wenn Störungen im Heimnetz auftreten, soll möglichst schnell und korrekt die
Funktionalität des Systems wieder hergestellt werden. Ein generischer Dienst
zur Diagnose und (semi-)automatische Selbstheilung mittels Nutzung des
aktuellen Kontexts wird spezifiziert.
Um eine Störung in einem Heimnetz zu beheben, muss der genaue Grund für die
Störung bekannt sein. Der Grund kann aus den verfügbaren Informationen und
unter Berücksichtigung des aktuellen Kontextes mittels eines
Diagnoseverfahrens identifiziert werden. Außerdem hängt die Prozedur, um eine
Störung zu beheben, nicht nur von dem Grund ab, sondern auch von der
aktuellen Situation (Kontext).
Das Ziel ist daher, ein adaptives Verfahren zur Störungsbehebung auszusuchen oder
zu entwickeln, wobei der Schwerpunkt in der Definition des Diagnose- und Störungsbehebungsverfahrens liegt.
Kollaborative, wohnungsübergreifende Koordination/Kommunikation
Der Megatrend zur Verstädterung hat auch zur Folge, dass immer mehr Personen in
mittleren bis großen Wohneinheiten zusammenleben. Den Szenarios mit
Mehrfamilien Wohnungen kommt dadurch eine hohe Bedeutung zu. In großen
Wohneinheiten kommt es durchaus vor, dass Nachbarn - obwohl sie direkt
nebeneinander wohnen - sich kaum kennen. Andererseits ist die Reichweite
heutiger drahtloser Netze so ausgelegt, dass in der Regel nicht nur die
eigene Wohnung sondern mindestens auch eine Nachbarwohnung erreichbar ist.
Dies macht zum einen Koordination zur Nutzung der Luftschnittstelle
notwendig, bietet aber zum anderen auch Möglichkeiten diese
"ungewollte" Vernetzung sinnvoll zu nutzen.
Eine Möglichkeit zur effizienten Nutzung der Luftschnittstelle ist durch den,
ebenfalls in HOMEPLANE behandelten, Quality-of-Service Ansatz gegeben. Eine
ergänzende Rolle spielt die kollaborative Koordination zwischen den
Wohneinheiten. Hierbei wird zwischen den Netzwerkkomponenten der benachbarten
Parteien eine allen nützende, quasi-statische Konfiguration der WLAN Kanäle
ausgehandelt.
Eine Chance, die durch eine Überlagerung der Netze entsteht, ist die Schaffung
eines gemeinsamen Kommunikationsmediums, das Nachbarn Möglichkeiten zum
Austausch von Informationen bietet. In gewissem Rahmen sollen auch Medien
zwischen Nachbarwohnungen austauschbar sein. In diesem Kapitel geht es darum,
wie ein gemeinsamer Kommunikationskanal zwischen benachbarten Wohnungen mit
Hilfe der HOMEPLANE Architektur zur Verfügung gestellt werden kann. Um den
Rahmen nicht zu sprengen bleiben jedoch die Themen Digitales Rechtemanagement
oder MESH Netzwerke ausgespart.
|