Optimierung der WLAN Übertragung
Aktuelle WLAN-Produkte sind für den Einsatz in Multimedia-Heimnetzwerken
nicht geeignet. Es entstehen Probleme durch Interferenz konkurrierender
Übertragungen oder durch zu geringe Reichweite sowie durch
unzureichende Quality of Service (QoS). Derartige Probleme führen
bei Echtzeitübertragungen, wie z. B. von Live-Videosendungen,
zwangsläufig zu Störungen. Diese Störungen sind
für den Konsumenten nicht akzeptabel.
Die WLAN Technologie wurde ursprünglich für Computernetzwerke
mit ganz anderen Anforderungen geschaffen. Im Folgenden werden
einige Ideen vorgestellt, mit deren Hilfe eine Anpassung auf
das Szenario des Mediennetzwerkes mit vielen Teilnehmern ermöglicht
werden kann.
Intelligente Kanalwahl
Nur die wenigsten Benutzer interessieren sich für die
Einstellung des Übertragungskanals bei ihrem Access Point
(AP). Dies verschärft vor allem das Problem der Interferenz
drahtloser Netzwerke unterschiedlicher Haushalte. Vor allem bei
IEEE 802.11g WLAN sind nur die vier Kanäle 1, 5, 9
und 13 überlappungsfrei nutzbar. Es liegt also auf der Hand,
den richtigen Übertragungskanal auf "intelligente"
Art und Weise auszuwählen. Es kann dabei auch für ein
einzelnes drahtloses Heimnetzwerk selbst sinnvoll sein, mehrere
Kanäle gleichzeitig zu verwenden. Verschiedene Übertragungen
innerhalb dieses Heimnetzwerkes könnten so ihre Wechselwirkungen
untereinander reduzieren.

Bei der Auswahl eines Kanals sollten auch andere Kriterien
berücksichtigt werden. Die von Geräten abgestrahlten
Funkwellen sind durch Reflexion an Möbeln und Wänden
einer Mehrwegeausbreitung unterworfen. Die Überlagerung
der Signale verschiedener Ausbreitungspfade an der Antenne des
Empfangsgerätes führt zu einer so genannten "Frequenzselektivität".
Eine ungünstige Wahl des Kanals kann deshalb aufgrund der
aktuellen Ausbreitungssituation Probleme mit sich bringen.
Optimierung des Timings
Es ist nicht in allen Situationen möglich konkurrierende
Medienübertragung auf verschiedene Kanäle zu verteilen.
In diesem Fall muss auf eine alternative Strategie zurückgegriffen
werden.
Bei allen Netzwerktechnologien ist vorgesehen, die Daten verschiedener
Anwendungen paketweise zu übertragen. Falls mehrere WLAN
Geräte gleichzeitig ein Paket senden, ist es für empfangende
Geräte nicht möglich, die Daten der sendenden Geräte
fehlerfrei voneinander zu trennen. Zur Vermeidung dieser Situation
wird bei WLAN ein spezielles Schema zufälliger Wartezeiten
verwendet, um die Wahrscheinlichkeit für gleichzeitige Sendestarts
zu mindern. Auf diese Weise können benachbarte WLAN Geräte
einen gleichberechtigten Zugriff auf das Übertragungsmedium
(Luft) erhalten. Vor allem für den Transport von Medieninhalten
ist jedoch eine gleichberechtigte Sende-Chance ungünstig.
Besonders bei einer hohen Netzwerk-Auslastung muss mit der Unterschreitung
der für einen Medienstrom nötigen Datenrate gerechnet
werden.
Durch eine Optimierung der Wartestrategien kann Medienströmen
ein Vorteil gegenüber anderen Übertragungen eingeräumt
werden. Die geeignete Wartestrategie hängt also vom Typ
der Daten ab (Video, Radio, Telefonie, allg. Daten).
Diese und andere Maßnahmen müssen
von einem geeigneten Adaptionsmechanismus herangezogen werden,
um eine gleichmäßige Ressourcenausnutzung unter gleichzeitiger
Erfüllung der Anforderungen der aktiven Übertragungen
zu gewährleisten. Durch die Überwachung des Kanals
und der Eigenschaften laufender Übertragungen sind Rückschlüsse
auf die optimale Steuerung der WLAN-Module zu ziehen.
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