|
|
|
Projektziele
Der heutige Heimvernetzungsmarkt ist geprägt durch die Heterogenität
der Endgeräte und Anwendungen ohne netzübergreifende Interoperabilität.
Für den typischen privaten Nutzer gibt es keine schlüssige Gesamtlösung.
Stattdessen erlebt er heute in seinem Wohnumfeld eine bunte Mischung
von einzelnen Endgeräten, die er für die vielfältigen Aufgaben
der Informationsverarbeitung und der Nutzung elektronischer Medien
einsetzt. Es gibt kein schlüssiges Gesamtkonzept, die vielzitierte
Konvergenz der Technologien hat in der Praxis noch nicht stattgefunden. So gibt es
keine Vernetzung der Komponenten oder intelligente Objekte, auf
welchen ein selbstorganisierendes Netzwerk aufbauen könnte. Eine
Vielzahl wünschenswerter neuer Dienste wird dadurch so umständlich
und unattraktiv, dass deren Markterfolg ausbleibt.
Andererseits gibt es technische Entwicklungen, die einen Teil
der erforderlichen Werkzeuge für den Aufbau von Vernetzungsplattformen
kostengünstig verfügbar machen. So gibt es mittlerweile eine
Vielzahl kostengünstiger Einzellösungen, allerdings primär aus
Sicht der PC-Welt mit den bekannten Konsequenzen für Zuverlässigkeit
und Bedienbarkeit. Was derzeit fehlt, ist eine Anpassung vorhandener
Systeme an die Anforderungen des Heimnetzwerkes und eine Standardisierung,
um ein homogenes, nutzerfreundliches Konzept herstellerübergreifend
zu ermöglichen.
Die Vision des Projektes HOMEPLANE besteht darin, ein Netzwerk
zu schaffen, das im Heimbereich unterschiedliche Endgeräte und
heterogene Netze verbindet, um eine homogene, nutzerfreundliche
Plattform für verschiedenste Dienste zu schaffen. Aus technologischer
Sicht besteht die Herausforderung darin, multimediale Anwendungen
über hochratige drahtlose Heimnetze in der für eine breite Akzeptanz
erforderlichen Qualität zu realisieren. Die für eine intelligente
Haussteuerung erforderlichen Elemente werden eingebunden, die
multimedialen Endgeräte dienen als Nutzerschnittstelle. Zur Gestaltung
einer intuitiven und konsistenten Nutzerschnittstelle über heterogene
Endgeräte hinweg wird im Rahmen des Projekts ein benutzerzentrierter
Ansatz verfolgt. Dabei werden mit Hilfe von qualitativen Benutzerbefragungen
im Projekt aus dieser allgemeinen Vision konkrete Szenarien abgeleitet,
welche - obwohl flexibel und offen - als Teilmenge verstanden
werden können, die in Konzept und Prototyp implementiert werden.
Der Lösungsansatz des Projektes besteht in der Kombination und
Weiterentwicklung von mehreren Schlüsseltechnologien:
- Leistungsfähige Netze mit ausreichend Bandbreite und Quality of Service.
Hier wird eine IEEE 802 basierte Lösung entworfen, mit eindeutigem
Schwerpunkt auf drahtlosen Netzen (IEEE 802.11 sowie IEEE 802.15).
- Middleware und Netzwerkmanagement, welche dezentral und automatisch unter
anderem Systemeinrichtung, Ressourcen und Diensteverwaltung, aber auch
Benutzerrechte-Verwaltung unterstützen. Eine sichere Fernadministration
z. B. für dynamische SW-Updates oder Schlüsselmanagement muss ebenfalls möglich sein.
- Gateways und netzwerkfähige Endgeräte, welche eine Verschmelzung und
Interoperabilität zwischen den verschiedenen Teilnetzen ermöglichen.
Als Gateways zum Heimnetz sind universelle Settop Boxen erforderlich,
die gegebenenfalls von Service Providern gemanagt werden.
Als Endgeräte benötigt man z. B. TV Geräte mit WLAN, Streaming Video
und Messaging Möglichkeiten.
- Eine Sicherheitsarchitektur, die die übertragenen Inhalte schützt
und auf der Grundlage eines Rechtemanagements verwaltet, den Zugriff auf solche
autorisiert sowie die Konfiguration und Einbindung unterschiedlicher
Geräte und Netze absichert.
- Eine Userstudie und ein User Interface Design Konzept,
zur Gewährleistung eines benutzerfreundlichen und vor allem
benutzerzentrierten Ansatzes für ein User Interface.
- Schnittstellen zu Steuerungsnetzwerken, um eine Einbindung von
Funktionen der Haussteuerung in einer Gesamtlösung anzubieten.
Dieses beinhaltet u.A. eine Ankoppelung von etablierten Netzwerken wie EIB/KNX.
|